Die vier B's

Neben den formalen Bewerbungskriterien fragen wir  nach den vier „B’s“:  Bekehrt – bewährt – berufen – begabt. Jeder dieser Begriffe birgt eine Menge Missverständnisse. Es geht uns nicht um ein einliniges Verständnis, z.B. von Bekehrung und Berufung. Wir wollen diese klassischen Begriffe weder aufgeben noch okkupieren, sondern immer neu buchstabieren.

 Bekehrt – damit verbindet sich die Frage, ob eine Bewerberin/ein Bewerber die Frage nach der eigenen geistlichen Lebensorientierung beantworten kann. Dass es sowohl Emmaus-Wege als auch (seltener) Damaskus-Ereignisse am Start von Glaubensbiographien geben kann, muss wohl gar nicht ausführlich betont werden. Wichtig ist, dass Studierende am Johanneum wissen, wem ihr Leben ge­hört und dass sie dankbar und vertrauensvoll die Regie Gottes über ihr Leben angenommen haben.

 Bewährt – bezieht sich sowohl auf die Mitarbeit in Jugend- und Gemeindearbeit als auch auf das tägliche Leben. Bewerberinnen und Bewerber am Johanneum sollen in der konkreten Mitarbeit vor Ort gezeigt haben, dass sie Verantwortung übernehmen können, dass sie mit dem Auf und Ab von Zahlen umgehen können, dass sie die Notwendigkeit des Miteinanders von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen begreifen und dass sie in der Lage sind, in Leitungsverantwortung hineinzuwach­sen. Wichtig ist uns eine Bewährung auch in Kontexten wie Gesellschaft, Vereinen, Beruf, familiären Herausforderungen. Dazu gehören passive und aktive Kritikfähigkeit, Kooperationsbereitschaft und –fähigkeit sowie Umgang mit eigenen Gaben und Grenzen.

 Berufen – meint, sich im Nachdenken über den inneren (vocatio interna) und äußeren (vocatio externa) Aspekt der Berufung Rechenschaft geben zu können. Wir wollen insbesondere jüngere Menschen nicht mit einem zu steilen Berufungsbegriff überfordern. Aber wir fragen: Gibt es so etwas wie eine innere Stimme, die auf den hauptamtlichen Dienst hindeutet? Gibt es Signale von anderen Menschen (äußere Berufung)? Können Sie sich vorstellen, nach entsprechender Ausbildung im hauptamtlichen Dienst zu stehen? Sehen Sie Potenzial für einen Zuwachs an kommunikativer und personaler Kompetenz?

 Begabt – bezieht sich zunächst einmal auf die akademische Seite. Das Johanneum arbeitet grob ge­sagt auf dem akademischen Niveau einer Fachhochschule. Kann die Bewerberin/der Bewerber dies bewältigen? Ist sie/er eher unterfordert oder überfordert? Unter Begabung verstehen wir aber auch Fähigkeiten im Umgang mit Menschen und im Selbstmanagement. Zur Begabung rechnen wir auch physische und psychische Gesundheit. Auch Belastbarkeit ist ein Aspekt von Begabung.