„Am Johanneum werden wesentliche theologische Fragestellungen im aktuellen Jugend- und Gemeinde- arbeitskontext theoretisch und praktisch bearbeitet. Durch Fächer wie Sport, Musik und Jugendarbeit sowie durch Mitarbeit der Studierenden bei Jugend- veranstaltungen, Freizeiten, Gemeindepraktika, Predigtdiensten u.v.m. bleibt der Bezug zur Praxis und zu den Menschen erhalten.“

Carolin Münch (Bundessekretärin im CVJM-Westbund, Schwerpunkte: Jungschar und Sport)

 

Theologisches Profil

Die theologischen Wurzeln der Evangelistenschule Johanneum liegen

  • in der biblischen Botschaft
  • in der reformatorischen Tradition (pro Christus, pro Bibel, pro Gnade, pro Glaube)
  • im reformatorischen Pietismus
  • in den Erweckungsbewegungen des 19. Jahrhundert
  • im Erbe der Bekennenden Kirche des 20. Jahrhunderts.

Hören, Verstehen, Bezeugen

In diesem Dreiklang tun wir unsere theologische Arbeit. Hören, Verstehen, Bezeugen – das können Christen nicht allein, sondern dies geschieht in der christlichen Gemeinde. Um das einzuüben, leben wir als Lernende und Lehrende im Johanneum in einer verbindlichen Gemeinschaft, bieten einander Seelsorge an und lassen uns senden in den Dienst. 

Hören 

„Was steht da?“ – so fragen wir über der aufgeschlagenen Bibel. Dieses Wort ist die Norm für unsere Worte. Darum sind wir zuerst und immer wieder Hörende. „Das Christentum muss allein seinen Bestand im Hören des Wortes haben.“ (Martin Luther). Wir hören auf das Wort in der persönlichen Stille, in den Morgen- und Abendandachten, beim Gebetsabend und im Unterricht. Um genau auf das biblische Wort hören zu können, erlernen wir neutestamentliches Griechisch. Zum Hören des Wortes gehört eine gründliche Bibelkenntnis, die sowohl die Einheit als auch die Vielfalt des biblischen Zeugnisses berücksichtigt. In der Auslegung achten wir auf alle Einzelheiten, vergleichen Übersetzungen, bestimmen literarische Formen, studieren Wortbedeutungen, erkunden den Zusammenhang und betrachten den einzelnen Text als Baustein für eine gesamtbiblische Theologie. Da das Wort Gottes Mensch geworden ist und sich in Zeit und Raum ereignet, lernen wir auch die geschichtlichen Verhältnisse kennen, aus denen die biblischen Texte stammen. 

Verstehen

„Was bedeutet das?“ und „Was heißt das für uns?“ Das gehörte Wort will zum verstandenen, gepredigten und in die Tat umgesetzten Wort werden. Wer verstehen will, muss sich zuerst Rechenschaft darüber geben, wer er oder sie ist, und nachdenken über den sachgemäßen Erkenntnisweg. Wir fragen, wie das biblische Wort im Verlauf der Geschichte verstanden worden ist (Kirchengeschichte) und wie es heute von anderen Christen verstanden wird (Konfessionskunde). 

Die systematische Theologie verantwortet das biblische Zeugnis vor den Fragen der Zeit. Sie versucht, das Ganze des christlichen Glaubens in einen Gesamtzusammenhang zu stellen (Dogmatik) und zu zeigen, was das biblische Wort für die heutige Lebenspraxis bedeutet (Ethik). Zum Verstehen und Verständlichmachen gehören auch Grundkenntnisse in Philosophie und Literatur. 

Bezeugen 

„Wie sagen wir’s?“ Das gehörte und verstandene Wort soll bezeugt werden in Jugendarbeit, Seelsorge und Predigt. Darum nehmen die praktisch-theologischen Fächer, insbesondere die Homiletik (Predigtlehre), einen besonders hohen Stellenwert ein. Die Studierenden halten im Verlauf ihrer Ausbildung mehrere Übungsandachten und –predigten und erhalten während der verschiedenen Praktika Anleitungen zu vielfältigen Formen des Verkündigungsdienstes, so z.B. in der Kinder- und Jugendarbeit.

Wir wollen das Evangelium so bezeugen, dass Menschen eingeladen werden zum Glauben und ermutigt werden zu eigenen Schritten auf dem Weg des Glaubens.