Lebendiger Adventskalender

Vor einigen Jahren gab es bei „Wetten dass“ eine interessante Wette: 18 Jugendliche sollten in einen „Smart for two“ hineinpassen. Die jungen Menschen schafften es wirklich, sich in drei Minuten zu verstauen: Im vorderen Stauraum, hinter der Windschutzscheibe oder gestapelt im Kofferraum fanden sie Platz. Unvorstellbar, dass so etwas funktionieren kann.

An den Adventsabenden ist es auch unvorstellbar, was in den einzelnen Zimmern im Johanneum passieren kann: Es gibt nämlich einen „lebendigen Adventskalender“. Das heißt, dass an jedem Dezemberabend für etwa eine halbe Stunde ein Studierender sein Zimmer für andere öffnet. Bei Plätzchen und Punsch tauschen wir uns gerne über Weihnachtserinnerungen, Lieder und Wünsche aus und können einfach mal vom Alltagstrubel abschalten.

Zwar sind unsere Zimmer von der Grundfläche knapp zweimal größer als ein Smart, doch haben wir in unseren 8 Quadratmetern auch nicht den allergrößten Stauraum. Und trotzdem finden in diesen Tagen auch mal 22 Leute Platz in einem Zimmer. - Da muss dann auch mal gestapelt werden wie bei der Smart-Wette: Manche werden auf das Hochbett verfrachtet, andere dürfen auf den Schreibtisch oder sitzen dann eng nebeneinander auf dem Boden, so dass kein freier Durchgang mehr bleibt.

Unvorstellbar, dass so etwas funktionieren kann. Unvorstellbar für Fremde, dass man in solchen „Smart-Zimmern“ auf Dauer wohnen kann. – Doch für uns ist das Leben im Johanneum wahrscheinlich ohne diese „smartige“ Zimmeratmosphäre ebenso unvorstellbar.

Laura Müller, 2. Kurs